Neues Buch: E-Government im Bankwesen

Am 12. Oktober 2023 erschien die erste Auflage der neuen Publikation “E-Government im Bankwesen: Die Bedeutung der Digitalisierung öffentlicher Verwaltungsangebote für deutsche Kreditinstitute” unter der Marke Tectum in der Nomos Verlagsgesellschaft.

Abstract: Die digitale Transformation betrifft Banken ganz besonders. Ihre Geschäftsprozesse sind bereits seit Jahren weitgehend digitalisiert, was einen wichtigen Faktor für Prozessagilität und Sicherung der unternehmerischen Handlungsfähigkeit darstellt. Im Bereich der öffentlichen Verwaltung sieht es trotz des pandemiebedingten Digitalisierungsaufschwungs vielerorts noch ganz anders aus. Das Werk untersucht den Einfluss von E-Government-Angeboten auf die Standortattraktivität deutscher Banken und analysiert, welche digitalen Leistungen für diese von besonderer Bedeutung sind. Die Ergebnisse untermauern den Handlungsbedarf aus Sicht der Banken und geben Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung wertvolle Handlungsempfehlungen.

Die Digitalisierung schreitet in sämtlichen Lebensbereichen rasant voran, auch in Wirtschaftsunternehmen wie Banken. Während die Wirtschaft bereits weitgehend digitalisiert ist, verläuft die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung nur langsam. Medienbrüche zwischen Unternehmen und Verwaltung verhindern eine durchgängige Digitalisierung. Bisher wurde in der Wissenschaft die Bedeutung der Banken und ihre spezifischen Anforderungen in diesem Kontext vernachlässigt, weshalb der Schließung dieser Forschungslücke eine entsprechende Relevanz zukommt. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Ausgangssituation des deutschen Bankgewerbes und der E-Government-Landschaft darzustellen. Es wird untersucht, welchen Einfluss E-Government-Angebote auf die Standortattraktivität für deutsche Banken haben und welche E-Government-Leistungen für sie besonders wichtig sind.

In Hinblick auf die Methodik wurde für die Arbeit ein gemischter methodischer Ansatz gewählt. Nach einer umfangreichen Darstellung des Forschungsstands und der theoretischen Grundlagen erfolgte eine quantitative Untersuchung mittels eines Fragebogenverfahrens. Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Banken grundsätzlich offen für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und E-Government sind. Es konnten jedoch Unterschiede je nach Größe und Etabliertheit der Institute aufgezeigt werden. Besonders wichtig für die Banken sind digitale Registerzugriffe. Möglichkeiten zur Online-Gründung von Gesellschaften und zur Online-Beurkundung werden ebenfalls positiv bewertet, jedoch geringer als die digitalen Registerzugriffe.

Einige Limitationen sind zu beachten, wie die Fokussierung auf die Situation in Deutschland ohne Vergleich zu anderen Ländern. Zudem waren die Antwortmöglichkeiten der Bankvertreter eingeschränkt. Der konkrete Stand der Digitalisierung der Bundesbankangebote wurde nicht behandelt, um den Schwerpunkt nicht zu sehr auf die juristische Perspektive zu legen. Abschließend werden Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltungspraxis gegeben, um eine schnellere und zielgerichtete Umsetzung zu fördern. Es werden auch mögliche Anschlussfragen und Hypothesen für weitere Untersuchungen zur Rolle der Deutschen Bundesbank bei der Verwaltungsdigitalisierung und den E-Government-Leistungen im Bankwesen im Ländervergleich aufgeworfen.

Schlüsselwörter: E-Government, E-Justice, Digitale Transformation, Bankwesen, Kreditinstitute, Deutschland, Verwaltungsdigitalisierung, Standortfaktoren

Richtigerweise wird in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass Standortentscheidungen künftig immer komplexer würden und Bund und Länder insbesondere im internationalen Wettbewerb um innovative Banken und auch FinTechs wettbewerbsfähig bleiben müssen. Wenn auch kleinere und regionalgebundene Banken dem Faktor E-Government kein derart großes Gewicht beimessen, als dass sie ihren Standort gar verlegen würden, weist der Verfasser doch darauf hin, dass die zumindest abstrakte Gefahr besteht, dass die Standortfrage bei innovativen und internationalen Gründungsvorhaben künftig nicht mehr „München, Frankfurt oder Berlin?“ sondern vielmehr „Valletta, Tallin oder Luxemburg?“ lauten könnte.
— Prof. Dr. Ronald Busse, 2023

E-Government im Bankwesen

Die Bedeutung der Digitalisierung öffentlicher Verwaltungsangebote für deutsche Kreditinstitute

Von Julian Walter Maurer

Tectum Nomos, 1. Auflage 2023, 130 Seiten

Das Werk ist Teil der Reihe Young Academics: Betriebswirtschaftslehre.

ISBN print: 978-3-8288-4971-6 (29,00 EUR)
ISBN online: 978-3-8288-5111-5. (29,00 EUR)
DOI: 10.5771/9783828851115

Das Werk ist ebenso verfügbar in der Nomos eLibrary.

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Internationale Veröffentlichung zur E-Evidence-Verordnung